Was wäre, wenn ein gefährliches Virus aus einem Labor ins Freie entweichen könnte? Seit dem Beginn der Corona-Pandemie wird diese Frage verstärkt diskutiert, auch wenn die Laborthese beim Corona-Ausbruch unwahrscheinlich ist. Dennoch: Wo an Viren, Bakterien, Pilzsporen und weiteren potenziellen Krankheitserregern geforscht wird, müssen Labore absolut dicht sein und dürfen keine Luft nach außen lassen. Umgekehrt ist es in Reinräumen, etwa für die Herstellung von Mikrochips: Dort darf keine verunreinigte Luft nach innen dringen. Neuralgische Stellen sind in beiden Fällen Wanddurchbrüche, durch die Versorgungsleitungen und Rohre führen. Üblicherweise werden diese mechanisch verschlossen, mit Rahmen, die in den Mauerdurchbruch eingefügt werden, die Rohre und Kabel werden darin mit Dichtkomponenten eingequetscht.

Eine Lösung, die ganz ohne mechanische Verbindungen auskommt, hat die svt Brandschutz GmbH vorgestellt: PYRO-SAFE® A 391. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich ein Dichtsystem mit einem neu entwickelten Kunststoff, der beliebig formbar ist, die Formteile lassen sich nahtlos miteinander verkleben.

Entgegennahme des Prüfzertifikats. (Carsten Lüdtke, Michael Kuhn, Tatiana Bartl, Dr. Oliver Fastje, Jürgen Heckmann, Udo Moschberger)

Jenseits der Messbarkeitsgrenze

Die hohe Dichtheit hat jetzt das Steinbeis Transferzentrum Energie-, Umwelt- und Reinraumtechnik (STZ EURO) in Offenburg bestätigt. An vier unterschiedlich bestückten Prüfkörpern haben die Tester die Dichtheit geprüft und dabei einen Leckluft-Volumenstrom von 0,088 Litern pro Stunde inklusive Sicherheitsfaktor gemessen. Das ist ein extrem niedriger Wert und entspricht der Dichtheitsklasse 7, der höchsten in der Praxis erreichbaren Klasse nach VDI 2083 Blatt 19. Theoretisch würde PYRO-SAFE® A 391 noch höhere Dichtheitsklassen erfüllen, doch diese liegen jenseits der Messbarkeit. „Durch diese hohe Dichtheit der Abschottungen bekommen Planer von Reinräumen einen Puffer, den sie bei der Auslegung für andere kritische Systeme wie Lüftungen nutzen können“, sagt Jürgen Heckmann, Key Account Manager bei svt Brandschutz-Services.

Für die Planer von Reinräumen hat PYRO-SAFE® A 391 neben der überlegenen Dichtheit weitere Vorteile. Das System hat eine hohe Flexibilität, es ist leicht zu verarbeiten, lässt sich jederzeit wieder öffnen und für Nachbelegungen verschließen und ist auch als Vergusssystem einsetzbar. Bestehende Abdichtungssysteme können mit A 391 nachgerüstet werden, auch hier ohne mechanische Verbindungen.

Das Material ist auf verschiedenste Desinfektionsmittel aus der RKI-Liste getestet und kann mit H2O2 und Formaldehyd begast werden. Viele Labore der biologischen Forschung nutzen diese Desinfektionsmittel, um Keime abzutöten. Allerdings können diese Mittel auch Materialien zersetzen. Tests zeigen, dass PYRO-SAFE® A 391 nicht von den Desinfektionsmitteln angegriffen wird.

Das System PYRO-SAFE® A 391 bietet die svt als Dienstleistung an. Wichtig bei der Verarbeitung ist die akribische Umsetzung der Arbeitsschritte. „Das Material wird ausschließlich von Partnerfirmen verarbeitet, die im Umgang mit PYRO-SAFE® A 391 speziell geschult werden und die die Umsetzung in ihrem Qualitätsmanagement kontrollieren“, betont Dr. Oliver Fastje, Produktmanager Construction bei svt Products GmbH.

Eineinhalb Jahre nach der Markteinführung setzen immer mehr Kund*innen auf das svt System, wie das Forschungszentrum Borstel – Leibniz-Lungenzentrum, eine Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft, die sich der interdisziplinären biomedizinischen Forschung von Lungen- und Bronchialerkrankungen widmet. In Sülfeld werden derzeit zwei Labore der biologischen Schutzstufe 3 für die Tuberkulose-Forschung mit PYRO-SAFE® A 391 ausgestattet. Die Universität Köln lässt Teile ihres neuen FoGeb2 mit dem PYRO-SAFE® A 391 -System ausstatten, damit es mit H2O2 dekontaminiert werden kann. Und das biopharmazeutische Unternehmen CureVac in Tübingen baut derzeit seine Produktionskapazitäten aus und setzt PYRO-SAFE® A 391 zur Reinraumabdichtung ein.

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