Luc de Clapiers

„Die Kunst, Pläne zu machen, besteht darin, den Schwierigkeiten ihrer Ausführung zuvorzukommen.“

Luc de Clapiers

Dieses Zitat stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts vom französischen Philosophen und Schriftsteller Luc de Clapiers. Es gilt noch heute – aber leider nicht bei der Brandschutzplanung von Gebäuden. Architekt*innen schieben die knifflige Auslegung der Brandschutz-Abschottungen für ein neues Hotel oder ein Krankenhaus gerne auf die lange Bank.

Nicht wenige denken, es wird schon gutgehen, die Leute auf der Baustelle werden schon die richtigen Entscheidungen treffen und geeignete Abschottungen einbauen. Das tun sie meistens auch, doch oftmals sind dafür kostspielige und aufwendige Umbauten oder Sonderkonstruktionen notwendig. Wer die Planung auf die lange Bank schiebt, räumt nicht die Schwierigkeiten aus dem Weg, sondern verschiebt sie nur auf später und auf andere Personen – das wusste schon Luc de Clapiers.

Nachholbedarf bei BIM

Die Planung des passiven Brandschutzes erfolgt immer noch zu spät, zu wenig durchdacht und vor allem – nicht digital. Dabei sollte Building Information Modeling (BIM) heute Standard sein in der Gebäudeplanung.

Laut einer Umfrage der FeuerTrutz Mediengruppe haben zwei Drittel der Architekt*innen mit BIM wenig bis nichts am Hut. Nur 13 Prozent nutzen sie als umfassende digitale Repräsentanz für den kompletten Lebenszyklus eines Gebäudes. Immerhin: Die Umfragen der FeuerTrutz zeigen, dass BIM in Deutschland Fahrt aufnimmt – rund 55 Prozent der Befragten glauben, dass das BIM-Modell das zentrale Planungstool auch für den Brandschutz wird.

Kurz erklärt: BIM und seine Methoden

Während die Gebäude-Planung also digitaler wird, gilt das leider nicht für den Brandschutz, obwohl BIM hier spürbare Vorteile bringen würde, vor allem bei der Platzierung und Auswahl der Brandschutz-Abschottungen.

Wenn Elektroinstallationen, Sanitär-, Heizungs- und Abwasserrohre sowie Leitungen zur Lüftung und Klimatisierung durch Bauteile mit Feuerwiderstand geführt werden, sorgen die Abschottungen dafür, dass die Ausbreitung eines Brands ausreichend lange verhindert wird. Dafür sind verschiedene Maßnahmen notwendig. So können Dämmmaterialien bei nicht brennbaren Rohren die Wärmeweiterleitung verringern. Für brennbare Rohre gibt es Materialien, die im Brandfall aufschäumen und so die Öffnung verschließen, sobald das Rohr geschmolzen ist. Ein gut geplanter Hotel-Neubau hat etwa 100 Abschottungen, bei älteren Gebäuden können es auch 300 sein. Weitaus mehr Abschottungen sind es bei Krankenhäusern, wo eine Vielzahl an Versorgungsleitungen in die Zimmer und OP-Säle verlegt werden. Und durch die Auswahl der richtigen Abschottungen wird es in diesem Fall noch komplexer.

Nicht auf die lange Bank schieben

„Brandschutz ist in BIM nach wie vor ein Randthema, es muss tiefer in BIM verankert werden“, fordert Carsten Lüdtke, Leiter Key Account Management der svt Brandschutz-Services. Trotz aller Digitalisierung erfolge die Brandschutzplanung immer noch analog – und zu spät im Planungsprozess, nämlich häufig erst, wenn alle Kabel und Rohre verlegt seien und kein Spielraum mehr bestehe. Doch die Zeit, die man so am Anfang der Planung gewinne, verliere man hinterher doppelt. Lüdtke hat aber auch Verständnis. „Bisher gab es keine gute Unterstützung für die Brandschutzplanung in BIM.“ Hier schafft svt nun Abhilfe mit der Dienstleistung BIM Firestop Engineering. Diese verbindet persönliche Expertise mit einer Automatisierung basierend auf der weltweit führenden BIM-Software Revit.

svt ist nicht der erste Anbieter, der so ein Werkzeug anbietet. „Aber wir machen es anders und besser“, verspricht Sarah Hielscher, Projektleiterin Zentrale Technik bei svt. Frühere Versuche litten darunter, dass sie die Planer*innen in ein enges Korsett aus Standards und wenigen Varianten pressten. Doch das habe nichts mit der Wirklichkeit auf der Baustelle zu tun. „Mit unserer Automatisierung holen wir die Planer*innen dort ab, wo sie sind, wir schränken ihre Flexibilität nicht ein“, so die Ingenieurin.

Sarah Hielscher, Projektleiterin Zentrale Technik bei svt

„Mit unserer Dienstleistung machen wir unseren Kunden das Leben leichter.“

Sarah Hielscher, Projektleiterin Zentrale Technik bei svt

Deshalb hat sich svt gegen ein Plug-In entschieden, das bei den Kund*innen installiert wird und viel Einarbeitungszeit sowie Know-how voraussetzt. Stattdessen schicken die Planer*innen ihre Architektur- und Gebäudetechnikmodelle an svt und bekommen die Dateien mit den BIM-Objekten zurück, samt Bestelllisten aller notwendigen Teile und Anleitungen zum Einbau.

Algorithmus unterstützt svt Expert*innen

Auf dem Weg zu den BIM-Objekten sucht der Algorithmus in den Modellen nach Positionen für Brandschotts. Im Anschluss sammelt er alle Informationen über die Leitungen und Rohre, die durch jede Abschottung laufen, und reduziert die Zahl der notwendigen Fallanalysen, indem er gleichartige Abschottungen zusammenfasst. Das ist zum Beispiel dort der Fall, wo Leitungen durch mehrere hintereinander liegende Wände laufen. Erfahrungsgemäß lassen sich so 300 Schotts auf etwa 30 Varianten herunterbrechen. Dieser Prozess erfolgt halbautomatisch.

In kniffligen Fällen schaut immer noch ein/e Expert*in von svt drauf, etwa wenn Rohre schräg durch eine Wand laufen oder wenn sehr viele Rohre eng nebeneinander eingeplant sind. Zum Schluss erzeugt der Algorithmus eine CSV-Tabelle mit dem Schottkataster, das alle Informationen wie Bauteilart, Feuerwiderstand, Außendurchmesser und vieles mehr enthält.

„Wir bieten bewusst keine Software an, sondern eine Dienstleistung“, betont Sarah Hielscher, „damit machen wir unseren Kund*innen das Leben leichter.“ Offenbar mit Erfolg, wie erste erfolgreiche Tests zeigen. Sechs Projekte haben die svt Expert*innen bereits durchgespielt.

Wann wird die Brandschutzplanung mit BIM fertig sein und vollautomatisch ablaufen? „Dieser Tag wird so schnell nicht kommen“, sagt Carsten Lüdtke. „Mehr Gebäudetypen, weitere Dateiformate, höherer Automatisierungsgrad – es gibt noch viel zu tun.“

Ihr Kontakt

Interessieren Sie sich für die konkreten Möglichkeiten, die Brandschutz-Planung Ihres Bauprojektes in BIM umzusetzen? Dann melden Sie sich gern.

Ihr Bauprojekt ist weit fortgeschritten, ohne Brandschutz-Planung in BIM? Dann raten wir zu einer nachhaltigen Dokumentation, um stets alle Maßnahmen im Blick zu haben.

Brandschutz-Dokumentation